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Ayurveda - die traditionelle indische Medizin

 

Ayurveda ist ein ganzheitliches Medizinsystem, das seine Basis in den vedischen Schriften hat. Es ist mit einer rund 4000 Jahre alten Tradition, eine der ältesten Medizintechniken der Menschheit.

"Ayu" bedeutet Leben und "Veda" Wissen. Ayurveda ist also die Wissenschaft vom Leben. Die indische Bevölkerung vertraut seit jeher auf die von Generation zu Generation übermittelten Heilmethoden dieser Weisheit. Durch die Kolonialisierung ist zwar die westliche Medizin nach Indien, die indische Medizin jedoch nicht im gleichen Maße nach Europa gekommen.

Ein ayurvedischer Arzt wird nur dann zugelassen, wenn er nach seinem über sechs Jahre andauernden Universitätsstudium die staatliche Zulassung zur Ausübung der ayurvedischen Medizin erhalten hat. Er erwirbt dann seine Abschlussqualifikation: den Bachelor of Ayurved Medicine and Surgery (B.A.M.S.). Das Studium ist also ähnlich umfassend wie unser Medizinstudium.

Sehr interessant für uns ist die Andersartigkeit der Diagnostik eines ayurvedischen Arztes. Im Vordergrund steht hier das Tasten des Pulses, der Blick in die Augen und das ausführliche Gespräch. Unsere komplizierte Apparatemedizin und die damit verbundenen Untersuchungen haben im Ayurveda keinen Stellenwert.

Erst in unserer jüngeren Geschichte rückte im Rahmen unserer Besinnung auf alternative, naturheilkundliche Verfahren auch die ayurvedische Medizin bei uns Europäern als Heilmethode in den Blickpunkt und findet seitdem immer mehr Anhänger.
Der Eckpfeiler von Ayuveda ist die Erkenntnis, dass sich unser Planet aus fünf Elementen zusammensetzt: Wasser, Feuer, Äther, Erde und Luft. Diese fünf Elemente bilden die Wurzeln für die drei Energiegrundsätze der ayurvedischen Lehre.

Davon ausgehend trägt jeder Mensch diese drei Energiebereiche in sich, allerdings ist das Verhältnis der Energien zueinander unterschiedlich. Lebt ein Mensch in Harmonie mit den Anteilen seiner drei Energiebereiche (genannt Doshas), dann gilt er in Indien als gesund und hat die besten Voraussetzungen es auch zu bleiben. Sobald dieses Verhältnis der Energien nicht mehr im Gleichgewicht ist, wird der Mensch langfristig krank werden.

Die drei Doshas
Der Mensch lebt durch das Zusammenspiel der Energien von allen fünf Elementen. Wie diese zusammenwirken, wird durch die Lehre der drei "Doshas" definiert:
Diese Doshas sind:

  • Vata: der Wind, als die energetische Kraft,
  • Pitta: das Feuer, als die wärmeerzeugende Kraft,
  • Kapha: das Wasser, als die zusammenhaltende Kraft.

Im Ayuveda bilden diese Doshas die Basis für die drei Steuerungs- und Regulationssysteme des Körpers. Die Zusammensetzung der Anteile von Vata, Pitta und Kapha spiegeln die tatsächliche Konstitution des jeweiligen Menschen wieder.
Das Verhältnis der Doshas zueinander bestimmt gewisse Schwächen, Stärken, Anfälligkeiten für Krankheiten und die dazugehörigen Reaktionsmöglichkeiten des menschlichen Körpers. Dies ist eines der Grundprinzipien des Ayurveda.

Kennt der ayurvedische Arzt den Istzustand eines Menschen, so kann er aus den vielen Möglichkeiten der Behandlungsmethoden die individuell richtige Methode wählen.

Die Gesundheit wird im Ayurveda als Übereinstimmung (Harmonie, Einklang) des Bewusstseins mit dem Körper beschrieben. Das persönliche, individuelle Wohlbefinden entwickelt sich durch einen harmonischen und befriedigenden Kontakt zwischen den einzelnen Menschen und ihrer Umwelt.

Der Mensch ist nach den gleichen Prinzipien ausgerichtet wie seine Umwelt. In der ayurvedischen Lehre wird der Mensch in die vier Gebiete: Geist, Seele, Sinnesorgane und Körper unterteilt.

Der Körper ist der sichtbare und fühlbare Leib, mit dem durch die Sinnesorgane die Interaktion mit seinem Lebensumfeld stattfindet. Der Geist wird als inneres Organ verstanden, das wieder über die Sinnesorgane mit dem Lebensbereich in Verbindung steht. Erst durch die Verbindung von Geist und Sinnesorganen entsteht die Seele, die Informationen speichert und diese als Bausteine des Schicksals bei der Wiedergeburt übermittelt.

Die acht Teilbereiche von Ayurveda
Die ayurvedische Medizin kennt darüber hinaus auch eine Spezialisierung. Sie ist in folgende acht
Teilbereiche untergliedert:

  • Innere Medizin (Kayacikitsa)
  • Chirurgie (Salyatantra)
  • Augen und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (Salakyatantra)
  • Kinderheilkunde und Geburtshilfe (Kaumarabhrtaya)
  • Toxikologie (Agadatantra)
  • Psychiatrie (Bhutavidya)
  • Wissenschaft von der Verjüngung (Rasayana)
  • Wissenschaft von den Aphrodisiaka (Vajikarana)

Die letzten zwei Teibereiche haben auch eine große Bedeutung für den gesunden Menschen, denn mit Ayurveda kann man nicht nur Krankheiten therapieren sondern auch präventiv arbeiten, da sie alle Bereiche des menschlichen Lebens mit einbezieht.

Im Sinne von Ayurveda sollte jeder Mensch darauf achten, dass er sich mit seinem Leben und seiner Umwelt in einer guten und nachhaltigen Balance befindet. Beispielhaft dafür ist die Ausrichtung der Aktivitäten und der Ernährungsgewohnheiten an den Tages- und Jahreszeiten.

Befolgen Menschen diese Prinzipien so befinden sie sich mit ihrem Leben und ihrer Umwelt in einem Gleichgewicht.
Der Körper meldet sich mit unterschiedlichen Signalen und Hinweisen, wenn die Balance nicht mehr gewährleistet oder nachhaltig gestört ist. Das Ayurveda geht davon aus, dass
der Körper erst dann sukzessive mit Krankheiten reagiert, wenn diese Hinweise unbeachtet bleiben. Gesundheitliche Beschwerden sind daher nicht der Anfang einer Krankheit sondern das Ergebnis einer unausgeglichenen Lebensweise.
Bei der ayurvedischen Lehre steht deshalb nicht die Therapie der Krankheit im Vordergrund, sondern die Herstellung der ursprünglichen Balance.

Durch eine ayurvedische Lebensführung wird daher ein langes, gesundes und glückliches Leben im Einklang mit sich und seiner Umgebung erzielt.

Es ist also kein Wunder, dass die ayurvedische Medizin für immer mehr Menschen eine hohe Faszination ausübt. In die Diagnostik und die Therapie werden die Lebensweise, Ernährungsweise, das soziale Umfeld, das seelische Leben und die Konstitution eines Menschen mit einbezogen. Dieser ganzheitliche Ansatz ist sicher auch dafür verantwortlich, dass Ayurveda Jahrtausende überdauern konnte.

Bilder: © Copyright Fotalia Bildarchiv


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Medi Domain GmbH www.gesundheit.com/gc_detai...
Wikipedia Lexikon de.wikipedia.org/wiki/Ayurv...
Deutsche Akademie für Ayurveda Medizin www.dafam.de/Page2a.html
Deutsche Gesellschaft für Ayurveda e.V. www.ayurveda.de
Ayurvedazentrum München www.ayurveda-muenchen.de/
Yoga Vidya, Europas größte Yoga- und Ayurveda Seminarhäuser mit jährlich ca. 1600 Seminaren, Aus- und Weiterbildungen www.yoga-vidya.de/de/ayurve...




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